ZAUBERPILZE bei uns: Fliegen- und Pantherpilze

Die beiden Pilze, welche manche "Insider" ebenfalls verspeisen (übliche Dosis 2 -3 mittelgroße hitzegetrocknete (!) Fliegenpilze), enthalten ebenfalls Inhaltsstoffe mit halluzinogener Wirkung; jedoch handelt es sich hierbei nie um Psilocybin oder seine Derivate, sondern um Ibotensäure, Muszimol und Muscazon (diese fallen im Unterschied zu Psilocybin übrigens nicht unter das BtMG). Im Gegensatz zu Psilocybin rufen diese aber auch Übelkeit, Erbrechen und Herzrasen hervor, wenn auch Todesfolgen nach Verzehr von
Fliegenpilzen (Amanita muscaria) bislang nicht belegt sind; Ibotensäure erwies sich im Tierversuch zudem als starkes Nervengift, sie wird beim Lufttrocknen der Fliegenpilze aber in das weniger giftige Muszimol unter Decarboxylierung umgesetzt. Ein hohes Risiko stellt die absolute Unberechenbarkeit der Wirkstoffkonzentration in den Pilzen dar (Schwankungen bis zum Faktor 100 sind möglich). Die von den Ureinwohnern Sibiriens konsumierten Fliegenpilze haben im Vergleich zu den heimischen Fliegenpilzen ein anderes Verhältnis der drei Wirkstoffe untereinander, wo durch die halluzinogene Komponente in Relation zur
Giftwirkung dort mehr in den Vordergrund tritt. Im Unterschied zu Psilocybin werden die Halluzinogene der Fliegenpilze zu über 90% unverändert mit dem Urin wieder ausgeschieden, der Urin wurde als Rauschgetränk in Sibirien deshalb oft mehrmals wiederverwendet.
Der Pantherpilz (Amanita pantherina) enthält zusätzlich noch das Pilzgift Muscarin, welches in noch größerer Menge auch in vielen Rißpilzen (Inocybe-Arten) (s.v.) vorkommt, und welches für Todesfälle verantwortlich ist.

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