Mephedron (4-MMC)

Die "legale Droge" Mephedron, die z. Bsp. in der Schweiz bis November 2010 noch als Pflanzendünger oder Badesalz erhältlich war, wird in immer mehr Staaten verboten.

Mephedron, auch bekannt unter 4-Methylmethcathinon (4-MMC) oder para-Methyl-N-Methylcathinon.
Bei der Einnahme durch den Menschen wirkt es als Stimulans und stark entaktogen. Eine andere Verwendung der Substanz ist nicht bekannt, wenn es auch manchmal als Dünger oder Badesalz verkauft wird.

Andere Namen und Verwechslungen

Es wird über Internetseiten aus dem englischsprachigen Raum als Pflanzendünger oder Badesalz vertrieben. Andere Handels- beziehungsweise Szenenamen sind M-CAT, Meow (ausgesprochen: Miau), Meph (ausgesprochen: Mef), MMC Hammer (in Anlehnung an MC Hammer) oder Magic.
Mephedron kann leicht mit anderen ähnlich klingenden Substanzen verwechselt werden, dazu gehören Methylon, Methedron oder Methadon.

Geschichte

Die Droge wurde in einem der frühen Produkte der in Israel ansässigen Firma Neorganics verwendet. Neorganics stellte die Produktion ein, nachdem Mephedron im Januar 2008 von der israelischen Regierung für illegal erklärt wurde.

Seit 2008 wird Mephedron weltweit konsumiert.

Wirkungen

Wirkungen sind Euphorie, gesteigerte Aufmerksamkeit, Wachheit, Appetithemmung, erhöhtes Redebedürfnis und Offenheit, Mobilisierung von Kraftreserven, Verringerung des Schlafbedürfnisses, Reizung des oberen Rachenbereiches und einhergehende leichte Halsschmerzen, Mundtrockenheit einhergehend mit Belag auf der Zunge.
Ebenfalls treten Reizungen und Verätzungen der Haut (bei Hautkontakt), Brennen in der Nase (bei nasalem Konsum), Verlangen mehr einzunehmen (sogenanntes „Craving“), gestörtes Kurzzeitgedächtnis, Konzentrationsschwierigkeiten, erhöhte Herzfrequenz oft bis hin zu Herzrasen, Gefühle von Angst und Niedergeschlagenheit, starkes Schwitzen mit deutlich „chemischem“ Geruch, erweiterte Pupillen, Müdigkeit und Trägheit, veränderte Wahrnehmung, Schlaflosigkeit und unklare Erinnerungen an die Zeit der Drogenwirkung auf.

Gesundheit

Schmerzen in der Nase können bis zum nächsten Tag anhalten; auch eine Schädigung der Nasenscheidewand und im Extremfall ihre Durchlöcherung können bei häufigem Konsum auftreten. Des Weiteren berichten Konsumenten mit langem und starkem Konsum der Droge von Schmerzen in der Nierengegend.
Da die Substanz erst eine kurze Zeit im Umlauf ist und konsumiert wird, gibt es nur wenige Erkenntnisse über ihre Langzeitwirkungen auf den Menschen. Tests an Mäusen haben nun ergeben, dass hohe Dosen der Droge zu schweren Beschädigungen des Gehirns und des Gedächtnisses führen.Wissenschaftler der Universität Sydney < sydney.edu.au > haben herausgefunden, dass Mephedron stark süchtig macht und die Konsumenten zu einem exzessiven Gebrauch tendieren.[2]
Im März 2010 starben in Großbritannien zwei junge Männer nach Einnahme einer Drogenmischung, die neben Mephedron auch Alkohol und Methadon enthielt.

Erscheinungsformen

Mephedron ist meist in Form eines weißen Pulvers oder kleiner Kristalle anzutreffen. Diese können auch in Kapseln enthalten oder zu Tabletten gepresst sein.

Dosierung und Wirkungsdauer

Das Pulver wird entweder in die Nase gezogen oder in ein Zigarettenpapier eingewickelt und geschluckt. Es kann auch als Kapsel oder Tablette vorkommen. Mephedron wird auch in Kombination oder als Mischung mit Methylon konsumiert. Die Wirkung dauert eine bis fünf Stunden an.

Kompletter Wikipedia-Artikel

Rechtslage

D: Seit 2010/01/22 in der BRD ein illegales Betäubungsmittel (BtmG/Anlage I).[1]
UK: Seit 2010/04/16 im Vereinigten Königreich als eine "Class B drug" verboten.[5]
A: In Österreich seit 2010/08/21 verboten.[3]
CH: In der Schweiz seit 2010/12/01 illegal.[4]


Preis: Laut "Tiroler Tageszeitung" blättere man für ein Gramm besagten "Düngemittels" rund 30 Euro hin (2010).



Kategorisierung
Amphetamine/Cathinon-Derivate/Mephedron
Research drug
Legal High (meistens ehemalig)



Nachweise [1] Gesetzestext: Vierundzwanzigste Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften (24. BtMÄndV)
[2] Pressemeldung: http://www.pressetext.com/news/20120924002
[3] Gesetzestext: Suchtgiftverordnung
[4] Gesetzestext < pdf >: Änderung vom 10. September 2010 der Verordnung des Schweizerischen Heilmittelinstituts über die Betäubungsmittel und psychotropen Stoffe
[5] Zeitungsartikel [en]: http://www.thesun.co.uk/sol/homepage/news/2934853/Meow-meow-drug-banned-from-midnight.html

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