Benzofury, 6-APB

Synthetische Droge:

6-(2-Aminopropyl)benzofuran 


Synonyme:
6-APB, Benzofury, 1-(Benzofuran-6-yl)propan-2-amin

CAS-Nr.: 286834-85-3 (freie Base) 286834-85-2 (Hydrochlorid) 

Als Benzofury werden im Jargon die Benzofuran-Derivate 6-APB und  5-APB bezeichnet.

Konsistenz: Fest
Verkaufsform: Pellets
Einahme: Oral
Dosis: 80-120 mG
Wirkung:
Ähnlichkeiten mit Methylone, MDMA, MDA, 2C-B
Wirkungseintritt: +1 h
Plateau: +2 h bis +12 h
Wirkungsdauer: 24 h

Rechtslage:
D: Unterliegt momentan (2012) nicht dem Betäubungsmittelgesetz.
A: Konsum straffrei; Abgabe seit 01.01.2012 verboten.

Geschichte 

Die Substanz 6-(2-Aminopropyl)benzofuran fand erstmals im Jahre 2006 innerhalb einer Patentschrift des US-amerikanischen Pharmakonzerns Eli Lilly and Company Erwähnung und gilt als potentieller Wirkstoff sowohl zur Behandlung von zerebralen Krampfanfällen, als auch mit Übergewicht einhergehenden Essstörungen. [1]
Um 2005 entwickelte sich das Internet zu einem Markt für eine Vielzahl psychoaktiver Verbindungen, wobei eine verhaltene Popularisierung von 6-APB nach dem Verbot von Mephedron stattfand.

Biochemie, Pharmakologie und Toxikologie

6-(2-Aminopropyl)benzofuran fungiert nachweislich als Agonist am 5-HT2C-Rezeptor. [1] Zur Wechselwirkung mit den 5-HT2A- und 5-HT2B-Rezeptoren liegen keine Informationen vor, jedoch kann diese aufgrund der strukturellen Homologie der Subtypen [1] und der Tatsache, dass 5-HT2-Rezeptoragonisten in der Regel eine geringe Subtyp-Spezifität aufweisen [3], vermutet werden.
Zur Biochemie, Pharmakologie und Toxikologie des 6-APB liegen wenig bis gar keine Informationen vor!

Wirkung 

Ein eventuell vorhandenes psychoaktiv-rekreationelles Wirkprofil des Benzofuran-Derivats kann nur vermutet werden. Die vorhandenen Informationen stützen sich auf Aussagen vermeintlicher 6-APB-Konsumenten. Aufgrund der teilweise beträchtlich divergierenden Beschreibungen des Wirkprofils, muss von starken Qualitätsmängeln bei 6-APB-Produkten ausgegangen werden. Inwieweit die Verbindung tatsächlich auf dem Markt gehandelt wird, kann ohne entsprechende Analysen nicht gesagt werden.

Potentielle Gefahren

Es ist davon auszugehen, dass die Synthese von Verbindungen, welche unter der Bezeichnung „Research Chemicals“ Verbreitung finden, nach bereits erprobten Synthesen erfolgen. Von 6-APB ist momentan ausschließlich eine Synthese aus der Literatur bekannt. Es ist davon auszugehen, dass diese Synthese für die Darstellung von 6-APB herangezogen wird. Der Schlüsselschritt dieser bekannten Reaktionsabfolge ist eine Stille-Kupplung zwischen dem Arylbromid und dem Isopropenylacetat.[1] Da Stille-Kupplungen mit toxikologisch bedenklichen Organozinn-Verbindungen durchgeführt werden, kommt der Aufarbeitung des Produkts im Sinne des Konsumentenschutzes eine entscheidende Bedeutung zu. Enthält das Produkt nach der Fertigstellung weiterhin toxikologisch bedenkliche Mengen der Organozinn-Verbindung, schädigt jeder Konsument mit dem Konsum dieses Produkts seine Gesundheit.

Rechtslage

D: Der Umgang mit der Substanz ist als legal einzustufen, solange keine Absicht besteht die Verbindung im oder am menschlichen oder tierischen Körper anzuwenden oder einem Menschen oder einem Tier zu verabreichen. Sobald beispielsweise der Konsum der Substanz beabsichtigt wird, unterliegt 6-APB dem Arzneimittelgesetz, da es Bestimmung § 2 Abs 1 erfüllt. [4]
A: In Österreich ist der Konsum straffrei, der Handel seit 01.01.2012 verboten.[5]
NL: Unterliegt momentan (2012) nicht dem Opiumgesetz.

Kategorisierung
Amphetamine/Benzofuran-Derivate/Benzo Fury
Research drug
Legal High

Nachweise


[1] Karin Briner, WO00/44737, 2000.
[2] B. L. Roth, The serotonin receptors. From molecular pharmacology to human therapeutics, Humana Press, Totowa, N.J, 2006.
[3] A. R. Blaazer, P. Smid, C. G. Kruse, ChemMedChem 2008, 3, 1299–1309.
[4] "AMG - Einzelnorm", 2012.
[5] FM4 ORF.at - "Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz"

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